Google Fonts lokal einbinden – Schutzschild gegen Abmahnungen

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Seit Anfang des Jahres 2022 gibt es immer mal wieder Meldungen über Abmahnschreiben an Webseiten-Betreiber, welche Google Fonts einsetzen. In der zweiten Jahreshälfte setzte aber eine größere Welle an Abmahnungen ein und umso dringlicher ist es nun zu Handeln. Google Fonts dürfen unter Einhaltung der Datenschutzregeln, nur lokal eingebunden, verwendet werden. Wie Du Google Fonts lokal einbinden kannst, erfährst Du in diesem Artikel.

Abmahnwelle gegen Google Fonts auf Webseiten –
Ein großes Problem?

Die Schriftarten aus Google Schriftenbibliothek „Google Fonts“ sind aktuell immer noch ein großes Problem und lösen täglich neue Abmahnungen aus. Es gibt sogar schon Kanzleien die gegen Massen-Abmahnungen vorgehen, da diese oft viele rechtliche Schwächen aufweisen.

Mit dem Tool Google Trends kann man leicht erkennen, wie häufig nach bestimmten Suchbegriffen gesucht wird. Klar erkennbar, hier wird oft nach Hilfe bei Abmahnungen wegen Google Fonts gesucht. Natürlich wird auch die Lösung für das vermeintliche Problem oft gesucht.

Google Trends zum Suchbegriff: Google Fonts

Was sind Google Fonts?

Fonts sind Schriftarten für Betriebssysteme wie Windows oder Mac. Jeder kennt vermutlich häufig verwendete Schriftarten wie Arial, Verdana oder die gute alte Times New Roman. Von Webfonts spricht man, wenn diese Fonts im Zusammenhang mit Webseiten genutzt werden. Google Fonts stellt eine riesige Bibliothek aus knapp 1.500 Schriftarten zur Verfügung. Es war gängige Praxis solche Schriftarten in die eigene Webseite einzubinden, das geschah in vielen Fällen direkt über die Google Server. Diese Art der Einbindung war einfach und schnell und die von Google priorisierte Einbindungsmethode.

Viele CMS-Systeme wie WordPress, Typo3 oder Joomla greifen auf Google Fonts Services zurück. Bei WordPress gibt es noch sehr viele PageBuilder (Divi, Elementor, Avia etc.), die auch alle Standardmäßig auf Google Fonts zurück greifen. Dadurch ist die Verbreitung von Google Fonts sehr hoch und dementsprechend müssen nun Millionen von Webseiten abgeändert werden bzw. werden abgemahnt.

Warum genau bekomme ich eine Abmahnung?

Wichtig zu wissen ist, das man Google Fonts weiterhin nutzen darf. Die Art der Einbindung ist für die Abmahnungen verantwortlich. Wenn die Schriftdateien lokal, also vom selben Webspace auf dem auch die Webseite liegt, eingebunden werden gibt’s keine Probleme. Sollten die Fonts hingegen über Google Server eingebunden sein, bringt dies eine Reihe von Problemen mit sich. Das Hauptproblem dabei ist, das dadurch Nutzerdaten wie die IP-Adresse an Google übertragen werden können – ein Verstoß gegen die DSGVO. Denn deine Webseite stellt eine Verbindung zu den Google Servern her und jeder Besucher kann somit erfasst werden.

Laut einem Urteil des Münchener Landgerichts vom 20. Januar 2022 kann bei nachladenden Schriftarten von Google eine Schadensersatzforderung auf Dich zukommen. Dies ist vor allem darin begründet, dass Daten in die USA ohne Einwilligung des Besuchers und technischer Notwendigkeit gesendet werden könnten.

Zusammengefasst und DSGVO-konform heißt das:

Für eine rechtskonforme Nutzung müssen die Google Fonts lokal auf der eigenen Website gehostet werden. Es darf kein externer Abruf über einen Google-Server stattfinden.

Wie erkenne ich Webfonts (Google Fonts) auf meiner Seite? Und Stolperfallen…

Man erkennt nicht immer auf den ersten Blick ob Google Fonts oder andere Schriftarten und Iconsammlungen in der eigenen Webseite stecken. Hier kann ein Blick in die Entwicklertools der Browser helfen. Im Firefox und Chrome unter Windows rufen Sie diese über die Tastenkombi STRG + Shift + i oder F12 auf.

Dort suchen Sie nach „Netzwerk“, „Netzwerkanalyse“ oder „Sources“ und sehen eine Auflistung aller geladenen Quellen. Sollte hier als Quelle fonts.gstatic.com oder fonts.googleapis auftauchen, ist auf jeden Fall eine Schrift eingebunden. Im nachfolgenden Bilder sehen Sie beispielhaft wie sowas aussehen könnte.

Netzwerkanalyse einer Webseite zur Prüfung auf Google Fonts

Netzwerkanalyse um eine Webseite genauer zu Untersuchen

Als Host darf hier nicht „fonts.googleapis.com“ oder „fonts.gstatic.com“ auftauchen

Es gibt natürlich auch webbasierte Scanner, die sofort anzeigen, wenn eine Schrift von Google Fonts identifiziert wurde. Schau gerne mal bei webfont-check.de vorbei. Mithilfe solcher Scanner ist es noch einfacher zu erkennen ob handlungsbedarf besteht. Trotzdem ist ein geschulter Blick und Fachkenntnis nicht ganz unwichtig, wenn man alles richtig machen möchte. Wir sind an dieser Stelle gerne bereit, dich dabei zu unterstützen

Google Fonts in WordPress datenschutzkonform einbinden – Aktuelle Tools und Möglichkeiten

Unter WordPress-Websites sind Google Fonts besonders verbreitet. Das liegt aber nicht an WordPress, denn das CMS bringt von sich aus keine Google Fonts mit. Es liegt an den Themes und Plugins, welche oft externe Scripte, Style Sheets und Schriften einbinden.

Bekannte Themes: Genesis – Divi – Enfold – Thrive – Impreza – The7 – Avada

Verbreitete Plugins: Jetpack / VC / Elementor